Unsere Resie führte uns weiter Richtung Battambang. Bis vor kurzem konnte man hier mit dem Bamboo Train fahren. Leider wurde die Strecke zu Gunsten einer neuen Bahnverbindung geschlossen, so zumindest berichteten Reisende im www. Zwar gibt es eine Alternative, aber das hat nichts mehr mit dem ursprünglichen Erlebnis zu tun. Somit entschlossen wir es ruhig anzugehen, die Stadt zu erkunden und abends zu den Fledermäusen zu fahren. Nur 15km von Battambang entfernt fliegen nämlich jeden Abend gegen 17:30/18 Uhr tausende, wenn nicht Millionen (genau weiß man es nicht) Fledermäuse aus ihrer Höhle, um auf Nahrungssuche zu gehen. Außerdem kann man hier noch eine Killing Cave besichtigen. Der Name war in der Zeit der Roten Khmer Programm. Auch wenn es wieder die grausame Geschichte hervorruft, ist diese Höhle nicht besonders sehenswert.

Nach dem Fledermausspektakel fuhren wir wieder nach Battambang. Bereits am nächsten Tag sollte es zurück Richtung Phnom Penh gehen. Um noch ein wenig von Land und Leute zu sehen, wollten wir eigentlich ein paar Stunden bzw. ursprünglich einen Tag, bei ein paar schwimmenden Dörfer vorbeischauen. Aber die An- bzw. Weiterreise ist nicht so gut vorhersehbar. Hätten wir Zeit gehabt, hätten wir uns darauf eingelassen. Aber wir hatten bereits eine Unterkunft auf Koh Rong gebucht, da hier wegen Weihnachten und Silvester Hochbetrieb zu erwarten war und wir etwas nettes für Weihnachten haben wollten. Somit haben wir den Stopp gestrichen und sind direkt nach Phnom Penh gefahren bzw. erst einmal sind wir gar nicht gefahren. Nach einer beeindruckenden Fahrt in einem Minibus ohne feste Sitze, dafür mit Plastestühlen und mehr übereinander statt nebeneinander erreichten wir augenscheinlich den Busbahnhof. Anstatt wir ausgeladen wurden, wurden eher noch Leute eingeladen und am Ende waren 18 Leute inkl. Gepäck in dem dafür eher nicht ausgelegten Minibus. Wenige Minuten später und einer Polizeikontrolle, die das überladene Fahrzeug weiter fuhren ließ, hielten wir irgendwo am Straßenrand an. Dann hieß es alle aussteigen und in den richtigen (normalgroßen) Bus ein. Aber da war dein Freund und Helfer anderer Meinung. Aus irgendeinem Grund durfte der Bus nicht weiterfahren, weswegen wir am Straßenrand warten mussten wie bestellt und nicht abgeholt. Ich glaube nach einer Stunde kam Ersatz und die Fahrt führte uns ohne Umwege nach Phnom Penh. Hier suchten wir uns ein Hostel und überlegten wie wir am besten nach Sihanoukville bzw. Koh Rong kommen können. Am Ende buchten wir von unserem Hostel aus, was sogar noch günstiger war als wenn wir es auf eigene Faust versucht hätten. So zogen wir am nächsten Tag los und fuhren mit Tuk Tuk, Bus, großem Golfcar, Fähre und schließlich einem Pickup an unser Weihnachtsdomizil. Die Fahrt mit dem Bus und der Fähre war unspektakulär. Die Fahrt auf dem Pickup dagegen war mehr als staubig. Voller Staub und Dreck kamen wir durchgeschüttelt an unserem Strand an. Dieser hat den Beinamen Long Beach, was echt nicht übertrieben war. Was für ein Postkartenmotiv.

Über mehrere km zieht sich der weiße, aber schmale Strand entlang. Unser Weihnachtstag war so wie wir uns ihn vorgestellt hatten. Strahlender Sonnenschein, weißer Sandstrand, blaues Meer und angenehm warme Temperaturen 🙂 im Grunde verbrachten wir so fast den ganzen Tag und Niko hat sich ziemlich verbrannt (weil er einfach nicht hören wollte…).

Die darauffolgenden Tage sollte sich das Wetter aber verschlechtern, denn uns streifte mal wieder ein Taifun. Zwar war er nicht gerade um die Ecke, aber dennoch spürten wir anhand des Wetters die Ausläufer. Somit kam es, dass es in der Trockenzeit, in der es für gewöhnlich 1x im Monat regnet, mehrere Tage regnerisch wurde. Der 25. war größtenteils noch bewölkt mit gelegentlichen Schauern. Am zweiten Weihnachtsfeiertag dagegen regnete es schon wesentlich mehr, aber wie auch sonst wollten wir das Beste draus machen. So kam es, dass wir uns 2 Roller ausliehen und mit denen die Insel erkundeten bzw. war so unser Plan. Einziges Tagesziel war eigentlich der Hauptstrand bzw. die „Hauptstadt“ der Insel. Wir fuhren also ein bisschen über die Insel, doch schnell zeigte sich, dass es problematisch werden könnte. Denn auf der Insel gibt es keine befestigten Straßen. Alle Wege sind ausschließlich Dreckwege oder Trampelpfade. Durch den Regen war auf den „Straßen“ teilweise mehr Wasser als Weg und die Staubpiste hat sich in eine Schlammpiste verwandelt. Die ersten großen Pfützen erheiterten uns noch.

Irgendwann wurde es aber doch etwas nervig. Dennoch ließen wir uns nicht von unserem Ziel abbringen. An zwei Stellen machten wir halt und genossen den Ausblick auf das Meer und trotz Regen gingen wir eine Runde schwimmen. Während wir im Wasser waren, unterhielt sich Niko mit zwei Schweden. Sie berichteten, dass der Weg, den wir fahren wollten, nahezu nicht mehr befahrbar ist. Trotz der Warnung wollten wir bzw. besonders ich, den Weg probieren und nach etwa einem Kilometer wurde uns bewusst, was sie meinten. Der Weg war tatsächlich kaum zu befahren und nach 1,5 km entschlossen wir uns letztendlich umzudrehen. Die Gefahr eines Sturzes oder stecken zu bleiben war einfach zu groß.
An unserer Badestelle wieder angekommen befreiten wir die Fahrzeuge grob vom Schlamm und zogen weiter. Mittlerweile hat der Regen auch immer mehr zugenommen. Aber da es nicht kalt war, versuchten wir einen anderen Weg. Um es kurz zu machen: auch über den Weg erreichten wir unser Ziel nicht. Erst einmal kamen wieder ziemlich verrückte Stellen und dann wurde es langsam spät. Aufgrund der schlechten Straßen kam man auch nur langsam voran. Gegen späten Nachmittag entschieden wir uns abzubrechen. Das Ziel war noch zu weit weg und wir mussten den ganzen Weg auch noch zurück.


Ohne Sturz oder Verletzungen rollten wir wieder in unser Dorf ein und stellten die Roller ab. Der Besitzer schien sich etwas zu wundern, wie die Gefährte aussahen, aber böse war er deswegen nicht.

Da sich das Wetter erst einige Tage später verbessern sollte, verlängerten wir unseren Aufenthalt auf Koh Rong nicht und daher organisierten wir uns noch eine Fähre zum Festland. Zum Schluss unserer Kambodschareise wollten wir noch die Städte Kampot und Kep besichtigen.

Beide sind ziemlich unterschätzt, aber dennoch eine Reise wert. Genächtigt haben wir in Kampot und Kep haben wir mit einem Ausflug mit dem Roller verbunden. In Kep fuhren wir in den dortigen Nationalpark. Eigentlich wollten wir nur gemütlich durch die Gegend wandern, aber es wurde anstrengend und schweißtreibend. Man kann entweder den Nationalpark umrunden (zu Fuß oder Moped) oder aber ein bisschen querfeldein laufen. Die querfeldein-Variante erschien uns schöner und somit bestiegen wir den Berg des Nationalparks. Schon nach wenigen Metern musste Niko seine Flip Flops gegen festes Schuhwerk tauschen, denn es ging steil bergauf. Beschilderung gab es nahezu keine. Einziger Wegweiser war ein Foto der Wanderwege, welches wir am Eingang des Parks gemacht haben (und anfangs noch das Handy).

Die Wege waren schön und nicht zu langweilig. Der Schweiß tropfte uns von der Stirn, weil es ausnahmsweise mal richtig schwül war. Irgendwann kamen wir oben an und laut Karte führte auf einer anderen Seite ein Weg wieder nach unten. Wie sich herausstellte war der Weg aber anscheinend gesperrt. Zumindest schien dies das zu einem Kreuz gespannte Seil zu sagen. Unsicher, ob das die Abzweigung war, liefen wir einige Zeit noch weiter. Irgendwann waren wir so weit, dass wir uns entschlossen, den Weg weiter zu gehen. Irgendwie muss man da ja auch wieder runterkommen. Also liefen wir und liefen….Bis der Weg auf einmal endete. Vor uns war unpassierbar 1000kg Gebüsch und der scheinbare Weg daneben führte ebenfalls ins Nichts. Sowieso von diesem Weg nicht mehr überzeugt machten wir kehrt. Dummerweise kam noch dazu, dass wir kein Proviant eingepackt hatten. Jules und mein Wasser waren leer und Niko hatte ebenfalls nicht mehr viel. Der Hunger trug dazu bei, dass die Laune etwas weniger gut wurde. Auf dem Rückweg hielten wir wieder an dem wohl gesperrten Weg an, aber diesmal probierten wir es einfach. Ich bin ein paar Meter vorgelaufen, um zu prüfen, ob man einen Grund für die Sperrung findet. Da dem nicht so war, begaben wir uns an den Abstieg. Dieser wurde relativ schnell, relativ steil und rutschig. Teilweise war es mehr Klettern als Wandern. Glücklicherweise standen ein paar Seile zum Festhalten zur Verfügung. Sonst hätte man mit unserer Ausrüstung (nämlich keiner) den Weg nicht geschafft. Weiter unten war der Weg so zugewachsen, dass man nur erahnen konnte, wo er mal lang führte. Schließlich erreichten wir nach einigen Strapazen wieder den Hauptweg und liefen noch ein Stück zum Moped, bevor wir endlich nach etwas zu Essen suchen gehen konnten. In Kep ging es noch mal ins Meer und anschließend wieder zurück nach Kampot.

Tags darauf ging dann auch schon unser Flieger ins nächste Land. Wir starteten früh mit einem Minivan Richtung Phnom Penh. Dieser hielt aber nicht wie üblich am zentralen Busbahnhof in der Hauptstadt, sondern irgendwo, wo nichts in der Nähe war. Da wir bei Abreise von unserem Hostel die Kaution vergessen hatten, winkten wir ein Tuk Tuk ran und dieses fuhr uns zunächst zum Hostel und danach zum Flughafen. Wir gaben unser Gepäck auf, holten noch etwas zu essen und sahen nebenbei anscheinend noch bedürftig aus. Denn es kam irgendwann ein Pärchen auf uns zu, welches uns ein Essencoupon in die Hand drückte, welches sie aufgrund einer Verspätung erhalten hatten, aber selbst nicht brauchten. Ziemlich nett, oder?
Wir merkten, wie wir jetzt erst so langsam in Kambodscha ankamen, aber es bereits wieder verließen. Beim nächsten Mal lassen wir uns mehr Zeit.

Zeitraum 23.12.2017-29.12.2017

3 thoughts on “Kambodscha Teil 3

  1. Hallo ihr beiden. Ja ziemlich Mist mit dem Wetter. Aber trotzdem schöne Bilder. Habt ihr eine Drohne am Start oder wie kommt ihr zu den Luftaufnahmen? 😀

    1. Hey Eric 🙂
      Ja, die gab’s vom Weihnachtsmann 🎅 😁 wir haben in Phnom Penh ein super Schnäppchen gefunden und waren seit unserer Motorradtour durch Nordvietnam auf der Suche nach einer. Da mussten wir zuschlagen. 🙂
      Liebe Grüße von Tasmanien

  2. Ich glaube Hartz 4 gibt’s dort nicht 🤔trotz Coupons. Beim nächsten mal? Na ja, es gibt noch andere Länder. Das Wetter war ja wirklich nicht das beste 🤤.
    Sind immer froh, wenn euch nicht’s passiert 😰

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