Dass wir den Norden von Vietnam bereisen stand schon von Anfang an fest. Die Frage die wir uns jedoch stellen mussten war: Wie? Es gibt diverse Möglichkeiten:

a) über einen Tour-Anbieter von Hanoi aus (meist 1-2 Übernachtungen mit Guide, durch Dörfer watscheln und im Homestay übernachten)

b) mit dem Bus Richtung Sapa, Ha Giang oder Cao Bang und dann vor Ort schauen

c) Moped ausleihen und alles auf eigene Faust erkunden

Nach langem Recherchieren entschieden wir uns für einen Mix aus b und c. Wir ließen unsere Backpacks im Hostel in Hanoi, packten nur die Tagesrucksäcke und fuhren mit dem Bus nach Cao Bang.

Am ersten Tag schlenderten wir noch eine Runde durch die kleine und beschauliche Stadt. Unser Hunger trieb uns an und wir suchten eine Essgelegenheit. Fündig wurden wir in einem kleinen Straßenrestaurant. Aufgrund keiner Vitnamesich- unserseits und schlechter Englischkenntnisse auf der anderen Seite wussten wir nicht, was wir bestellen können. Er zeigte uns ein Foto von Google und fragte ob wir das wollen; ja, das sieht gut aus. Es war leckerer gebratener Reis mit Rinderfleisch und Gemüse. Danach führte unser Durst uns noch in einen kleinen Laden um die Ecke für ein Bier und ein Wasser. Die Frau war so herzlich, sie strahlte uns wie ein Honigkuchenpferd an und scheuchte ihren Mann hoch, damit er uns auch anschauen kann. Es war eine sehr witzige und herzliche Situation.

Am zweiten Tag sollte unsere Reise durch den Norden richtig beginnen. Wir liehen uns in Cao Bang eine Honda Win 100 aus. Die Anmietung war super einfach und schon konnten wir auf die Straßen immer weiter Richtung chinesische Grenze und zu einem der schönsten Wasserfälle (der Welt). Bevor es aber richtig los ging, hieß es erstmal (wie nahezu immer) Frühstück und Kaffee besorgen. Eine gute alternative für uns stellt das Banh Mi dar. Ein Baguette belegt mit (je nach Standort) Fleisch, Ei, Schrimps- oder Fischpaste, Gurke und Salat. Auch hier wurden wir schnell fündig und die Dame war von unserem Anblick erstmal etwas durch den Wind. Es waren sehr leckere Bánh Mì. Nachdem wir etwas essbares hatten, hieß es nur noch schnell in ein Kaffee.

So nun war es soweit und wir saßen auf der Knattermaschine, die für mich auch eine Simson sein könnte. Als wir so durch die Straßen zogen kamen in mir längst vergessene Erinnerungen auf. Wie ich vor über 10 Jahren auch auf einem Moped saß und eine Tour von sage und schreibe ca. 50 km mal selbst fuhr. Und wie ich von den Jungs von der Schule abgeholt wurde und ab ging es. 🙂 Robin war nach seiner langen Abstinenz einfach Glück auf einem Zweirad zu sitzen, was er nicht mit seiner eigenen Beinkraft zum Fahren bekommt. Die Landschaft Richtung Wasserfall war einfach nur zum träumen schön. Saftiges grün wechselt sich mit Felsen, Feldern und kleinen Seen ab. Leute, die auf dem Acker arbeiten, Kinder, die auf der Straße spielten und viele Wasserbüffel, die unseren Weg gekreuzt haben.

Der Wasserfall war so schön, wie wir ihn auf Bildern gesehen haben.

Nachdem wir mit Staunen fertig waren, ging unsere Fahrt weiter Richtung die Höhlen… Diese überraschten uns mit ihrer Größe und Schönheit.

Am dritten Tag verließen wir Cao Bang und machten uns nach auf nach Bao Lac. Dieses war unser erstes Zwischenziel um weiter in den Norden vorzudringen. Wir hielten an vielen Aussichtspunkten und kamen aus dem Stauen gar nicht mehr raus. Es war einfach so unbegreiflich schön. Es war aber auch das ein oder andere Mal sehr aufregend. Auf den engen Straßen kamen uns einige große Lastwagen, Busse und Autos entgegen. Auf die saftig grünen Reisfeldern mussten wir leider verzichten, da der Reis schon geerntet wurde und die Felder nun mehr braun als grün waren. Trotzdem wechselte sich ein Grünton mit dem nächsten ab. Auch hier liefen uns zahlreiche Tiere entgegen (Gänse, Ente, Hühner, Pferde, Ziegen, Schweine und viele Hunde). Wir bezogen ein kleines Hotel was ziemlich in die Jahre gekommen war und deshalb auch gerade mehr einer Baustelle glich. Uns tat nach unserer dritten Tour und 130 km so was von der Po weh, dass wir so gar keine Lust hatten nach einen anderen Hotel Ausschau zu halten. Wir checkten ein und machten uns zu Fuß in den Standkern auf. Wir fanden ein kleines hübsches Kaffee und ließen uns dort nieder. Nach einem Zucker-Coffein-Kick gingen wir weiter und schlenderten über den Wochenmarkt, kauften mal wieder Obst und aßen hier und da ein paar leckere Kleinigkeiten. Man muss dazu sagen der Kaffee hier in Vietnam wird mit gezuckerter Milch serviert (ähnlich dem uns bekannten Milchmädchen).

Auf unseren Rückweg hielten wir noch an einer kleinen Bäckerei an und kauften noch eine Art „Pizzastück“. 🙂

Am vierten Tag starteten wir die Fahrt Richtung Meo Vac. Diese Stadt liegt im Yen Minh District. So wie immer begann unserer Tag mit Nahrungssuche und wir hielten an der kleinen Bäckerei vom Vortag. Diese bot am Morgen auch Banh Mi an und wir kauften uns zwei und nahmen noch Proviant für den Tag mit. Ein sehr gut aussehendes Croissant fiel uns in die Hände und stellte sich als total gut heraus. 🙂 Ein Starter-Kaffee gab es auch noch und dann ging unsere wilde Fahrt weiter.

Um diesen Distrikt bereisen zu dürfen benötigt man jedoch eine extra Genehmigung. Unsere Recherchen ergaben, dass es diese auf der Polizeistation oder ganz einfach beim Hostel/Hotel. Also voll easy.

Wie es der Zufall jedoch wieder mal wollte, sind wir vor viel staunen und Landschaft ins Gedächtnis einsaugen falsch abgebogen und statt Richtung Norden in den Süden gefahren. Ei, da standen wir nun und stellten nach über 20km falsch fahren fest, dass wir uns Ha Giang statt Meo Vac näherten. Na gut sind ja flexibel….kurz gelacht, und umgeplant. Das Witzigste an der ganzen Situation war jedoch, wir wurden von einer Dorfbewohnerin die ganze Zeit gefilmt und fotografiert. Wir haben wohl ein sehr witziges Bild abgegeben so wie wir da standen, auf unser Handy gestarrt, mit dem Kopf geschüttelt und gelacht haben.

Zur Erklärung: Wir hatten die ganze Zeit zwei Ideen im Kopf

1.) Wir fahren von Cao Bang den Loop im District Yen Minh –>

2.) Wir fahren „nur“ nach Dong Van und kurven dort einige Tag rum.

Aber dadurch wurde die Entscheidung uns abgenommen. Ihr werdet euch jetzt vielleicht fragen : „Wieso sind sie denn nicht einfach umgedreht und nach Norden gefahren?“ Ganz einfach 🙂 Für 20/30 km benötigt man dort oben in etwa 1 Stunde und wir wären dann insgesamt ca. 150km gefahren…So waren es dann nur 134km.

Also setzten wir unsere Fahrt durch die wunderschöne grüne Landschaft fort, hielten hier und da und genossen das Gefühl der Freiheit.

Wir kamen gegen späten Nachmittag an unserem neuen Ziel Ha Giang an. Dort bezogen wir ein Homestay und Robin ging es auf einmal richtig schlecht. Wir gingen aufgrunddessen ganz zeitig zu Bett.

Am fünften Tag unserer Reise sollte es nun nach Dong Van gehen. Robin war wieder Fit, zum Glück. Wir Frühstückten, packten unser Moped und los ging es.

Nein, es ging nicht los! Unser Moped wollte verflucht nochmal nicht anspringen. 🙁 „Es darf doch nicht wahr sein“ waren unsere Gedanken. Im Homestay sprachen sie kein Englisch und machten uns begreiflich, dass sie in die Werkstatt wollen. Wir riefen unsere Vermietung des Motorrades an, sie sprach zum Glück super Englisch und übersetzte uns was die Herren aus dem Homestay machen wollten.

Ja nach 3 Std laaaangen Wartens kamen sie mit einem funktionierenden Moped zurück. Phu Glück gehabt. Wir wieder telefoniert um zu erfahren wo das Problem lag. Unsere Vermieterin sagte, dass das Zündschloss und der Vergaser gewechselt werden mussten, da wir das Moped im Regen stehen gelassen haben und meinte noch so es wäre unsere Schuld. Wir sowieso schon etwas geknickt, verstanden ihre Reaktion und schuld zuschiebung überhaupt nicht, da sie sonst auch super nett war.Kostenpunkt der Reparatur betrug 15€. Nach ein paar Minuten rief sie erneut an und sagte wir teilen uns die Kosten und ja kann passieren und hat sich entschuldigt das wir Probleme mit dem Bike hatten. Hm, Komisch aber Hälfte, Hälfte kling gut.

So viel zu spät und doch etwas geknickt starteten wir gegen 12:15 Uhr. Wir hielten leider nicht so viel an und fuhren was die Maschine her gab. Schließlich lag unser Ziel 134km entfernt.

Hier waren die kleinen Dörfer und diese unglaublich grüne Landschaft wieder atemberaubend schön. Die Leute waren etwas zurückhaltender und teil grimmig schauend.

Im halb Dunkeln erreichten wir dann unser Ziel.

Am sechsten Tag ging alles glatt, Maschine sprang an und wir fuhren los. Bevor es los ging,ging ich noch schnell auf den Markt und ich kauft frisches Obst, was es zum Frühstück geben sollte. Danach hieß es noch Bahn Mi Stand suchen zur Proviant Mitnahme. Nach Zwei runden durch Dong Van hatten wir etwas zu essen und konnten nun starten.

Wir hielten nicht weit von der Stadt entfernt an einen Aussichtspunkt an und genossen den Ausblick und unser Obst. Dieser Streckenabschnitt war laut den Beschreibungen der schönste jedoch auch der Gefährlichste. Es war wirklich sehr nett. Wir passierten den höchste Canyon von Südostasien und genossen auch hier die Landschaft. Die Menschen wurden Richtung Süden wieder viel Freundlicher. Sie lächelt, winkten und schrieen uns ein Hallo von weiten und nahen zu. Die Kinder wollten oft high five abklatschen. Was wir natürlich auch taten, da wo es ging. Es ist jedoch ein echt hartes Leben dort oben in den Bergen die Häuser sind teilweise nur Hütten, sie Arbeiten auf dem Acker mit nur wenig Hilfsmitteln und tragen noch viel Last auf ihren Rücken von a nach b. Die ganze Familie ist mit eingespannt um die Arbeit zu verrichten. Es ist auch echt gutes Gemeinschaftsgefühl zu spüren. Zu Mittag trifft sich fast das ganze Dorf zum essen, am Hausbau sind viele Beteiligt und fassen mit an.

Zwei Situation fand ich besonders faszinierend als ich zwei Frauen an richtigen Webstühlen in ihrem Haus beim Vorbei fahren entdeckt habe. Wahnsinn

Wir kamen am frühen Nachmittag schon in Bao Lac an. Diese kleine Stadt hab ich irgendwie in mein Herz geschlossen. Auf eine Art und Weiße gefiel sie mir besonders gut. Bei Ankunft trafen wir auf eine Kinderschar die ihr gelerntes englisch ausprobierten. Mit How are you? Whats your Name? Where are you From?… und viel lachenden Gesichern beantwortete ich erst all Ihre Fragen und stellte natürlich auch gegefragen. Robin tat es mir gleich und die Kinder um uns herum wurden immer mehr. Julia konnten zwei richtig gut aussprechen , cool 🙂 Mit Deutschland konnten sie nix anfangen. Aber ein sehr cleveres Mädchen fragte sogar ob unser zu Hause sehr weit weg ist.

Nach der „Unterhaltung“ mit den Kindern im alter so um die 10 Jahre. Gingen wir einen Kaffee in unserem Stammlokal von Tag 3 trinken.

Auf dem Markt gab es noch diverse leckerein z.B. Obst, gegrillten Mais und eine Art Peancacke.

Ja und dann war auch schon unserer letzter Tag angesagt. Am Morgen drehten wir unsere übliche runde, die tolle Bäckerrei musste natürlich nochmal besucht werden und in unserem Stammkaffee gab es noch einen Abschluss Coffein-Zucker- Kick. Wir wählten eine andere Route zurück nach Cao Bang. Diese war zum Abschluss unserer Reise durch den Norden einfach ohne Worte, wunderschön 🙂 Sie führte uns mal wieder nah an der chinesische Grenze vorbei. Die Leute schauten uns gar unwirklich an, wahrscheinlich nehmen nicht viele Touristen dies Route. Sie schauten oft zwei Mal hin und winkten uns zu, lächelten und oft gab es ein Hallo. Es war wenig verkehr und wir genossen die letzten Stunden der Weite und Natur.

Gegend frühen Nachmittag kamen wir in Cao Bằng an und gaben unser Gefährt ab. Es ging super und wir wurden noch eingeladen eine Dusche zu nehmen und eine kurze Pause zu machen. Wir nahmen dieses Angebot dankend an, da wir beschlossen haben den Nacht Bus Richtung Hoian zu nehmen und wir noch 5 Std Zeit hatten. Anschließend gab es sogar noch ein Nachmittagsspeise namens tra…. Es ist eine Süßspeise mit weißen und roten Bohnen, kokos, Kokosmilch und son glibber zeug aller Bubbeltea. War lecker aber echt süß. Wir bedankten uns für alles, Geld wollte sie nicht annehmen. Es war ein super schöner und herzlichet Nachmittag.

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