Nach 7 Tagen viel unterwegs sein und fast jede Nacht ein neues Bettchen war es Zeit für einen kurzen Stillstand. Was eignet sich dafür nicht besser als eine Insel. So hieß es für uns auf nach Cat Ba. Wir buchten gleich mal 5 Nächte am Stück und freuten uns auf Insel-Feeling und nichts tun. Wir bezogen ein nettes Hotel, kramten unsere gesammelte Schmutzwäsche zusammen und stellten diverse Verluste fest. Mein Rucksack war nun unfreiwillig um meine geliebte dünne Jacke, meine heiß geliebten Birkenstock und den schön warmen Kuschelsocken leichter. Bei Robin gab es nur eine Socke weniger…

Nach der hohen Verlustmeldung meinerseits ging es erstmal zum Essen. Wir hatten mal sowas von Lust auf nen Burger. Nachdem wir gut gesättigt waren, informierten wir uns noch einmal was man auf der Insel alles machen kann. Schließlich ist hier Winter und zum Baden war es uns mit rund 20° und wolkenbedeckten Himmel zu kalt.  Wir planten eine geführte Tour mit dem Schiff und Fahrradfahren. Die restlichen Tage wollten wir offen lassen.

So verbrachten wir den zweiten Tag damit zu frühstücken, im Bettchen rum zu liegen, zu lesen, Musik zu hören und ein paar Bilder von Südafrika anzuschauen. Wir drehten mal eine kleine Spazierrunde zu den Stränden und bewegten uns nochmal zum Essen raus.

Am dritten Tag entschlossen wir uns die Fahrräder auszuleihen, was ziemlich witzig aussah. Es gibt natürlich nur Räder in vietnamesischer Größe. Robin sah aus wie ein Frosch auf der Gießkanne und mein Fahrrad wirkte auch etwas zu klein. Es hatte durch die teils 10% Anstiege echt etwas mit Sport zu tun. Durch die etwas kleinen Räder brannten unsere Oberschenkel teilweise. Es war ein toller Tag, an dem wir einen Teil von der doch schönen Insel gesehen haben.

Am vierten Tag stand das Pendant zur Halong-Bucht an, wieso wir uns eigentlich auch für diese Insel entschieden haben. Wir buchten dafür eine Tour mit einem Boot. Es war ein super schöner Ausflug. Wir waren eine kleine Gruppe von 8 Leuten und verstanden uns auf Anhieb gut. Ein Amsterdamer war ein ziemlicher Quatschkopf und unterhielt die Gruppe pausenlos 🙂 Die Landschaft mit den Kalkfelsen, die aus dem Wasser ragten waren sehr hübsch anzusehen. Was wir jedoch noch viel interessanter Fanden waren die schwimmenden Dörfer. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie Menschen leben.

Den letzten Tag verbrachten wir ungefähr wie den ersten. Wir spazierten am Nachmittag durch die Straßen und verließen das Hotelzimmer sonst nur zum Essen. Und auch der Tag war echt schön. Auf unserem Spaziergang sahen wir Einheimische, wie sie zusammen Fußball spielten, beobachteten sie bei alltäglichen Dingen und waren einfach mega Glücklich.

Am Abreisetag stiegen wir wieder in den Bus, gingen auf die Fähre, danach wieder in den Bus und nochmal in einen Minibus, um dann noch eine Nacht in Hanoi zu verbringen. Wir checkten nochmal in den RIESEN Schlafsaal (22 Leute) ein, da wir die Vermutung/Hoffnung hatten, dass meine heißgeliebten Birkenstock dort sind. Das Hostel hatte leider auf unsere E -Mail mit Bebilderung nicht geantwortet. Aufgeregt kamen wir die Treppen hoch und ich bin statt zur Rezeption gleich Richtung Schuhregal vorgestürmt und da lagen sie, einsam und allein. Es war so toll, ich überglücklich, dass wir wieder vereint sind.

Wir verbrachten den Tag mit ein paar Besorgungen, durch die Stadt schlendern und noch einmal einen Hot Pot essen. Es war einfach unglaublich lecker. Man bekommt einen Topf mit leckerer Brühe, die auf einem „Feuer“ gestellt wird. Dann schmeißt man nach und nach Fleisch, Nudeln und Gemüse rein und isst es.

Hot Pot
Hot Pot

 

 

 

 

 

 

Hot Pot Zutaten

Dann war schon fast der Tag der Tage und wir machten uns auf die Reise Richtung Grenze bzw. um die komplette Geschichte zu erzählen; es war so:

Wir wollten eigentlich im Norden Vietnam verlassen. Darüber haben wir immer die schlimmsten Horrorstorys gehört. So etwas wie „schlimmste Fahrt meines Lebens“, „wir Lagen fast übereinander“, „der Busfahrer ist um die Kurven geheizt“, „die schlimmsten 24h meines Lebens“ usw. Na ja, dann lasen wir auch noch „Vorsicht, an der Grenze … es gibt Probleme beim Ausreisen für diejenigen, die ein E-Visa haben“. Na toll, das haben wir. Nach einiger Zeit im Internet und ner Mail ans Immigration-Amt hatten wir die Gewissheit, dass wir im Norden nicht ausreisen dürfen. Wir checkten alle Grenzübergänge, die wir mit unserem Visum überqueren durften und nach erneuter Recherche dann der Masterplan: Wir fahren mit dem Zug nach Vinh, wollten ja eh mal Zug fahren und dann schlafen wir dort eine Nacht und nehmen früh den Bus nach Laos in die Stadt Phonsavan.

So machten wir uns am 24.11.17 auf und genossen die Zugfahrt mit dem ratternden alten Zug. In Vinh suchten wir nach Ankunft ein Zimmer, kauften mit viel hin und her ein Busticket und aßen noch etwas. Es war ziemlich kalt für unsere Verhältnisse uns so huschelten wir uns mehr oder minder gut gesättigt in den Schlaf. Am nächsten Tag bestiegen wir um 5:30 Uhr unseren Bus Richtung Grenze „Nam Cam“. Da wie da auch schon die ein oder andere wilde Story gehört und gelesen hatten, waren wir schon etwas aufgeregt. Oft lasen wir davon: „verlangen mehr Geld als eigentlich erlaubt“, „unfreundlich“ oder „ließen uns aus unbestimmten Grund nicht einreisen“.

Nach Ankunft an der Grenze kamen uns 3 Franzosen entgegen und berichteten uns darüber, dass sie nicht Einreisen dürfen bzw. sie dürfen, jedoch nicht ihre Motorräder. Sind gute Motorräder sagte der Grenzbeamte, aber heute dürfen sie damit nicht rüber (bzw. nur zwei von drei ???). Es wusste keiner wieso. Wir oh Gott… es war schließlich Samstag. Vielleicht lassen sie da weniger Touristen durch oder weiß der Fuchs, was die sich ausdenken. Außerdem hatten wir 0 VND und nur noch 87 extra für das Visa für Laos getauschte Dollar.

Auf der vietnamesischen Seite war es wie immer etwas nervig. Alle drängelten sich vor, ignorierten die Schlange und uns natürlich auch, bis die nette Beamtin sie in die Schranken wies und wir auch endlich dran kamen. Dumm nur, dass auch unserer Busfahrer sich erfolgreich mit einen Sack voller Pässen vorgedrängelt hat. Nach etwas Wartezeit aufgrund unseres E-Visums bekamen wir unseren Ausreisestempel und gingen durch das Niemandsland Richtung Laos.

Und hier hatten wir viel weniger Probleme als befürchtet. Ein wirklich netter Grenzbeamter nahm unsere Pässe sagte, wir müssen ins andere Gebäude und Formulare ausfüllen. Gesagt getan und auch dort begrüßte uns ein weiterer wirklich netter Mann, gab uns alle Papiere; wir füllten alles aus und er verlangte insgesamt 64$. 2$ waren auf dem Beleg nicht aufgeführt aber egal. Wir hatten vorher bereits von bis zu 10$ p.P. Mehrausgaben gelesen, die nirgends aufgeführt werden. Wir waren so Happy darüber, dass alles so fix ging. Vor unserem Bus warteten natürlich alle auf uns, zeigten uns wir sollten doch schnell einsteigen, da wir die einzigen westlichen Touristen waren und wir von vornherein schon länger brauchten. Pech für die, die sich vorgedrängelt und uns ignoriert haben. 🙂

Und zack waren wir in Laos. Es hieß nun noch weitere 3 1/2 Stunden fahren, um an unser Ziel Phonsavan anzukommen. Wir hatten auch hier noch keine Unterkunft, da uns die Angebote bei Booking und co. zu teuer vorkamen. Also hieß es nach unserer ca. 12 stündigen Busfahrt: Unterkunft suchen und schnell etwas essen. Beides ging sehr gut und wir waren glücklich und zufrieden, aber etwas fröstelt in Laos angekommen.

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